Verbandsversammlung beschließt Aus für Bahnlinie Döbeln–Meißen – Grüne kritisieren Meißner Delegation

Der Zweckverband Verkehrsverbund Oberelbe (ZVOE) hat in seiner heutigen Verbandsversammlung in der Dresdner Dreikönigskirche die Abbestellung der Bahnlinie RB 110 zwischen Döbeln und Meißen ab 2015 beschlossen. Während sich die Verbandsvertreter der Landeshauptstadt Dresden enthielten und die Vertreter der Landkreise Bautzen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge für die Abbestellung votierten, hatten die Verbandsvertreter des Landkreises Meißen mit einem uneinheitlichen Stimmverhalten ihre Stimme ungültig gemacht. Vertreter von Bürgerinitiativen und Grüne aus den Landkreisen Mittelsachsen, Meißen und aus dem Landtag hatten vor der Verbandsversammlung eine Aktion organisiert, um die Verbandsvertreter an ihre Verantwortung für eine gute Bahninfrastruktur auch außerhalb der Großstädte zu erinnern.

Wolfram Günther, Sprecher der mittelsächsischen Grünen

Der Zweckverband Verkehrsverbund Oberelbe (ZVOE) hat in seiner heutigen Verbandsversammlung in der Dresdner Dreikönigskirche die Abbestellung der Bahnlinie RB 110 zwischen Döbeln und Meißen ab 2015 beschlossen. Während sich die Verbandsvertreter der Landeshauptstadt Dresden enthielten und die Vertreter der Landkreise Bautzen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge für die Abbestellung votierten, hatten die Verbandsvertreter des Landkreises Meißen mit einem uneinheitlichen Stimmverhalten ihre Stimme ungültig gemacht. Vertreter von Bürgerinitiativen und Grüne aus den Landkreisen Mittelsachsen, Meißen und aus dem Landtag hatten vor der Verbandsversammlung eine Aktion organisiert, um die Verbandsvertreter an ihre Verantwortung für eine gute Bahninfrastruktur auch außerhalb der Großstädte zu erinnern.


Wolfram Günther, Sprecher der mittelsächsischen Grünen, zeigt sich enttäuscht über das Votum der Verbandsversammlung, die Bahnlinie zwischen Döbeln und Meißen abzubestellen: „Das ist kein guter Tag für die Region um Döbeln und Roßwein. Nach den mehrfachen Fahrplanausdünnungen der letzten Jahre auf der Strecke ist dann 2015 für die Region endgültig der Zug abgefahren. Es ist enttäuschend, dass mit der Abbestellung der Bahnlinie die Kürzungspolitik der Staatsregierung in Dresden widerstandslos nachvollzogen wird.“


Besonders enttäuscht ist Günther über das Votum der Meißner Verbandsvertreter: „Dass die Delegation des Landkreises Meißen ihre Stimme in der Verbandsversammlung ungültig macht, zeugt von wenig politischer Professionalität. Es ist kaum noch vermittelbar, dass damit der in erster Linie betroffene Landkreis Meißen auf sein Stimmrecht verzichtet, währenddessen die Dresdner Delegation mit ihrer Enthaltung ein anderes politisches Signal zur Kürzungspolitik des Landes setzt“, so der Sprecher des mittelsächsischen Grünen-Kreisverbandes.


„Wir müssen wieder stärker die Standortvorteile einer guten Bahninfrastruktur im ländlichen Raum herausstellen, bevor durch die Staatsregierung weitere Abbestellungen drohen. Auch die CDU darf sich nicht weiterhin einer ehrlichen Debatte darüber verweigern, wie viel der ländliche Raum ihr eigentlich noch wert ist. Ansonsten drohen in Sachsen wieder flächendeckend Abbestellungen von Bahnlinien wie es bereits in den 90ern der Fall gewesen ist. Wer junge Menschen bewegen will, auch außerhalb der Großstädte etwas zu bewegen, der darf das Land nicht zum Bahnabbaugebiet Nr. 1 machen!“, resümiert Grünen-Kreisvorstandssprecher Günther abschließend.