Arbeitstreffen zur Montanregion in Prag – Grüne: „können den Schritt nur begrüßen, auch wenn er spät kam“

Mittwoch, 9. November 2011

Sachsen und Tschechien kommen am 25. November 2011 zu einem ersten gemeinsamen Arbeitstreffen in Prag zusammen, um das weitere Verfahren beim Welterbeprojekt „Montanregion Erzgebirge“ zu erörtern. Dies teilten die mittelsächsischen Grünen mit, nachdem die Landtagsabgeordnete Annekathrin Giegengack (Grüne) sowohl beim Prager Kulturministerium als auch mit einer Kleinen Anfrage beim sächsischen Innenministerium nachhakte.

Die historische Altstadt Freiberg, das Jagdschloss Augustusburg und die Bergbaulandschaft in Brand-Erbisdorf sind ausgewählte Objekte, die bei einer erfolgreichen Bewerbung in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen werden würden. Die Grünen erwarten mit dem Welterbetitel neben der Dokumentation der erzgebirgischen Bergbaugeschichte neue Impulse für den Tourismus in der Region.

„Da die offiziellen Informationen aus dem Innenministerium zum Thema Montanregion bislang immer sehr vage waren, haben wir über unsere Landtagsabgeordnete nochmal schriftlich in Dresden und Prag Auskunft erbeten“, sagte Grünen-Kreisvorstand Sebastian Walter. „Scheinbar begibt sich die sächsische Staatsregierung nun in die Spur, nachdem der Druck aus der Region gegen ihre Blockadehaltung beim Welterbe zu groß wurde. Ich kann diesen Schritt der Staatsregierung nur begrüßen, auch wenn er reichlich spät kam. Ich erwarte jetzt, dass demnächst eine offizielle Einladung Tschechiens zur Welterbebewerbung erfolgt, sodass fristgerecht bis Februar 2013 die gemeinsamen Bewerbungsunterlagen bei der UNESCO in Paris eingereicht werden können“, bewertet Sebastian Walter die Situation. Walter war einer der Initiatoren der Massenpetition an den Sächsischen Landtag, die sich für eine gemeinsame deutsch-tschechische Welterbebewerbung aussprach. Die offizielle Einladung an die Tschechische Republik zum Welterbeprojekt muss spätestens ein Jahr vor der endgültigen Abgabe der Bewerbung erfolgen, folglich vor Februar 2012.

„Ein Punkt unserer Verhandlungen wird auch das offizielle diplomatische Anschreiben für die gemeinsame Antragstellung sein", teilte Petr Hnízdo, Abteilungsleiter im tschechischen Kultusministerium, den Grünen schriftlich mit.