Auflösung des VMS-Fahrgastbeirates – Grüne: „Kritische Stimmen sollten totgeschwiegen werden!“

Samstag, 19. August 2017

Mittelsachsen. Mit großer Verwunderung nehmen die Grünen die überraschende Auflösung des Fahrgastbeirates des Verkehrsverbundes Mittelsachsen (VMS) auf. Der Fahrgastbeirat mit zahlreichen Beiräten aus dem gesamten Verbandsgebiet mit der Stadt Chemnitz und den Landkreisen Zwickau, Mittelsachsen und Erzgebirgskreis hatte sich in der Zeit seines Bestehen mit einer kritisch-konstruktiven Arbeit für die Verbesserung des Verkehrsangebotes im Verbandsgebietes eingesetzt. Dass das stetig arbeitende Gremium nunmehr aufgelöst und durch unverbindliche Fahrgastforen einmal oder zweimal im Jahr im gesamten Verbandsgebiet abgelöst werden, ist offenbar damit zu erklären, dass sich die Geschäftsführung des VMS nicht weiter der berechtigten Kritik an offensichtlich misslungenen Ausschreibungen und zahlreichen Zugausfällen auf wichtigen Bahnstrecken, so etwa auf der wichtigen Achse Leipzig – Chemnitz, aussetzen wollte.

Hierzu erklärt Sebastian Walter (Grüne), Grünen-Kreisrat im Kreistag Mittelsachsen, Verkehrspolitiker und Mitglied im Beirat Schülerbeförderung des VMS: „Offensichtlich sollen mit der Abschaffung des Fahrgastbeirates kritische Stimmen totgeschwiegen werden. Ich erlebe seit Monaten, wie etwa zwischen Chemnitz und Leipzig ständig Züge ausfallen. Anstatt einmal die Fehler abzustellen, wird den Kritikern der Ton abgedreht. Die Geschäftsführung des VMS muss sich ernsthaft fragen lassen, ob sie ihr Angebot verbessern will oder weiter herumwurschteln will wie in den letzten Jahren. Fahrgastforen können daher nur ein ergänzendes Element der Beteiligung sein, aber nicht die dauerhaft fachlich arbeitenden Gremien liquidieren. Nur wenn wir die Fahrgäste fachlich einbinden, erreichen wir einen besseren Nahverkehr, nicht mit Alibi-Beteiligung."